Ratgeber · Migration
Umzug zu Shopify: die Checkliste für einen sicheren Wechsel.
Ein Shop-Umzug ist kein Hexenwerk, aber er hat viele Beteiligte: Daten, Adressen, Zahlungsanbieter, Versand, Kunden. Wer vorher weiß, was wann zu tun ist, erlebt am Umschalttag keine Überraschungen. Diese Checkliste folgt dem Ablauf, mit dem ich Migrationen plane.
Patrick Kobela · · 4 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
- Vor dem Umzug: Daten aufnehmen, bereinigen und die Struktur im neuen Shop planen.
- Jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung – sonst laufen Links aus Google ins Leere.
- Ein Probelauf zeigt Fehler, bevor Kunden sie sehen. Kurz vor dem Umschalten wird noch einmal abgeglichen.
- Passwörter lassen sich nicht übertragen – Kunden aktivieren ihr Konto einmal neu.
1. Bestandsaufnahme
Am Anfang steht die Frage, was eigentlich umziehen soll. Welche Daten gibt es, in welchem Zustand, und wie lassen sie sich aus dem alten System auslesen? Welche Plugins oder Module erledigen heute Aufgaben, die es im neuen Shop weiterhin braucht? Und welche Systeme hängen am Shop – Warenwirtschaft, Buchhaltung, Versand?
- Produkte, Varianten, Kategorien und ihre Datenqualität
- Kunden, Bestellhistorie, Gutscheine, Bewertungen
- Seiten, Blogbeiträge, Bilder
- Plugins und Module mit ihren Aufgaben
- Angebundene Systeme
- Alle Adressen, die Besucher oder Google kennen
2. Daten bereinigen
Ein Umzug ist die beste Gelegenheit, Altlasten loszuwerden: doppelte Produkte, leere Kategorien, veraltete Seiten, uneinheitliche Artikelnummern. Was nicht mehr gebraucht wird, muss nicht mitziehen. Was bleibt, sollte einheitlich sein, bevor es übertragen wird – im neuen System ist Aufräumen mühsamer.
3. Struktur im neuen Shop planen
Shopify denkt in Produkten mit bis zu drei Optionen, Kollektionen, Tags und Metafeldern. Das alte System denkt oft anders. Deshalb wird vor der Übertragung festgelegt, wohin welche Angabe gehört: Welche Eigenschaften bilden Varianten, welche werden zu Filtern, welche Kategorien zu Kollektionen?
4. Weiterleitungen vorbereiten
Shopify verwendet feste Adressmuster wie /products/ und /collections/. Fast jede Adresse ändert sich beim Umzug. Für jede alte Adresse wird deshalb ein neues Ziel festgelegt und als Weiterleitung angelegt – für Produkte, Kategorien, Seiten und Beiträge.
Die Liste entsteht parallel zur Datenübertragung, nicht am Ende. Vor dem Umschalten wird sie getestet.
5. Probelauf
Die Übertragung läuft einmal vollständig in den neuen Shop. Danach werden Anzahl und Stichproben verglichen: Stimmen Produkte, Varianten, Preise, Bilder, Kunden? Fehler werden korrigiert, die Übertragung wiederholt. Genau dafür ist es wichtig, dass sie sich wiederholen lässt – per Skript statt per Hand.
6. Zahlung, Versand und Recht
Bevor der neue Shop live geht, müssen Zahlungsarten, Versandregeln, Rechtstexte und Bestell-E-Mails stimmen. Jede Zahlungsart wird mit einer Testbestellung geprüft, jede Versandregel mit einem Beispiel.
- Zahlungsarten eingerichtet und getestet
- Versandzonen und Versandkosten geprüft
- Impressum, Datenschutz, AGB, Widerruf eingebunden
- Bestell- und Versand-E-Mails angepasst
- Tracking und Webanalyse aktiv
7. Kunden informieren
Passwörter von Kundenkonten sind im alten System verschlüsselt gespeichert und lassen sich nicht übertragen. Kundinnen und Kunden aktivieren ihr Konto im neuen Shop deshalb einmal neu. Eine kurze, freundliche E-Mail zum Umzug nimmt dem Schritt die Irritation.
8. Umschalten und nachkontrollieren
Kurz vor dem Umschalten werden die Daten ein letztes Mal abgeglichen, damit auch die jüngsten Bestellungen mitziehen. Dann wird die Domain verbunden. In den Tagen danach werden Bestellungen, Zahlungen und Weiterleitungen beobachtet; die Search Console zeigt, ob alte Adressen ihr Ziel finden. Der alte Shop wird erst abgeschaltet, wenn alles läuft.
Welche Besonderheiten Ihr bisheriges System mitbringt, steht auf den Seiten zu WooCommerce, Shopware, JTL-Shop, Gambio, Magento und Wix.
