Ratgeber · Migration
Magento 2 zu aufwendig? Wann sich Shopify lohnt.
Magento ist eines der leistungsfähigsten Shopsysteme – und eines der aufwendigsten im Betrieb. Viele Händler merken das erst, wenn das nächste Upgrade ansteht oder der betreuende Entwickler nicht mehr verfügbar ist. Dieser Beitrag zeigt, was hinter dem Aufwand steckt und wann ein Wechsel zu Shopify die bessere Wahl ist.
Patrick Kobela · · 3 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
- Adobe unterstützt jede Version von Adobe Commerce nur für einen festen Zeitraum. Für 2.4.6 endete der reguläre Support im August 2026, für 2.4.7 endet er im Mai 2027.
- Wer Magento betreibt, muss deshalb regelmäßig auf neue Versionen wechseln – jedes Mal mit Tests für Theme und Erweiterungen.
- Die laufenden Kosten liegen bei Magento selten in der Software, sondern in Betrieb, Updates und spezialisierter Entwicklung.
- Shopify lohnt sich vor allem, wenn diese Pflege nicht mehr im Verhältnis zum Umsatz steht.
Warum Magento-Händler über einen Wechsel nachdenken
Magento kann sehr viel: komplexe Produkttypen, viele Länder und Sprachen, tiefe Anpassungen. Der Preis dafür ist der Betrieb. Server, Sicherheit, Updates und Erweiterungen brauchen regelmäßig Entwickler, die sich mit Magento auskennen – und davon gibt es nicht viele.
Für große Händler mit eigenem Team ist das tragbar. Für kleine und mittlere Händler stehen Betrieb und Weiterentwicklung oft nicht mehr im Verhältnis zum Umsatz. Dazu kommt die Abhängigkeit: Individuelle Erweiterungen hängen häufig an einem einzelnen Entwickler oder einer Agentur.
Wie lange Adobe die Versionen unterstützt
Adobe veröffentlicht für jede Version von Adobe Commerce feste Supportzeiträume: erst regulären Support, danach eine Zeit mit erweitertem Support. Die Grafik zeigt den Stand vom September 2026.
Was das für Ihren Shop bedeutet
Die Zeiträume gelten für Adobe Commerce. Wer Magento Open Source nutzt, sollte mit seinem Dienstleister klären, bis wann die eingesetzte Version noch Sicherheitsupdates bekommt.
In jedem Fall gilt: Ein Magento-Shop bleibt nur sicher, wenn er alle paar Jahre auf eine neue Version gehoben wird. Jedes Upgrade heißt, Theme und Erweiterungen zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen – ein eigenes Projekt, das regelmäßig wiederkommt. Magento 1 wird bereits seit dem 30. Juni 2020 nicht mehr unterstützt.
Wo Magento stärker bleibt
Ein Wechsel ist nicht für jeden Shop richtig. Magento spielt seine Stärken vor allem hier aus:
- Sehr komplexe Produkttypen wie Bundles oder Artikel mit vielen Variationsmerkmalen
- Tiefe Anpassungen am System selbst, nicht nur an Gestaltung und Abläufen
- Viele Store Views mit jeweils eigener Logik
- Ein eigenes Entwicklerteam, das Magento dauerhaft betreut
Wann Shopify die bessere Wahl ist
Shopify ist meist die bessere Wahl, wenn diese Punkte zutreffen:
- Betrieb, Upgrades und Sicherheit sollen nicht mehr bei Ihnen liegen.
- Das Sortiment lässt sich mit Varianten abbilden: Shopify erlaubt bis zu 2.048 Varianten mit höchstens drei Optionen je Produkt.
- Die meisten Erweiterungen erfüllen Aufgaben, die Shopify selbst, das Theme oder eine App übernehmen können.
- Sie möchten planbare monatliche Kosten statt wiederkehrender Upgrade-Projekte.
Was beim Wechsel zu beachten ist
Produkte, Kunden und Bestellhistorie lassen sich aus Magento 1 und 2 übertragen. Genauer planen muss man drei Punkte: Produkttypen ohne genaues Gegenstück in Shopify, mehrere Store Views, die in Shopify über Märkte und Übersetzungen abgebildet werden, und Staffel- oder Gruppenpreise, für die es B2B-Funktionen auch ohne Plus gibt.
Weil Magento an viele Adressen „.html“ anhängt, ändert sich beim Umzug fast jede URL. Wie man die Weiterleitungen plant, zeigt der Beitrag Weiterleitungen beim Shop-Umzug. Den ganzen Ablauf beschreibt die Seite Magento zu Shopify.
