Ratgeber · Migration
Shopware 5 ist ausgelaufen: Shopware 6 oder Shopify?
Viele Shops laufen noch auf Shopware 5 – oft zuverlässig und seit Jahren eingespielt. Der Hersteller hat die Version aber eingestellt, und früher oder später steht eine Entscheidung an. Dieser Beitrag ordnet die Möglichkeiten ein, ohne eine davon schönzureden.
Patrick Kobela · · 4 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
- Für Shopware 5 schließt der Hersteller seit Ende Juli 2024 keine Sicherheitslücken mehr. Der Shop läuft weiter, neue Lücken bleiben aber offen.
- Kostenpflichtige Sicherheitsupdates eines Drittanbieters verschaffen Zeit, ersetzen aber keinen Wechsel.
- Shopware 6 ist kein Update, sondern ein neues System. Gestaltung und Plugins entstehen neu – ähnlich wie bei einem Wechsel zu Shopify.
- Die Entscheidung hängt weniger an der Software als daran, wer Technik, Server und Updates künftig verantworten soll.
Was das Ende von Shopware 5 bedeutet
Shopware hat Version 5 schrittweise eingestellt: Bis Ende Juli 2023 gab es noch Fehlerbehebungen, danach bis Ende Juli 2024 nur noch Sicherheitskorrekturen. Seitdem kommen vom Hersteller keine Updates mehr.
Der Shop funktioniert weiterhin. Das Risiko liegt in dem, was noch kommt: Jede neu bekannte Sicherheitslücke bleibt offen. Und mit der Zeit wird es schwieriger, Server und Erweiterungen aktuell zu halten, weil sie sich weiterentwickeln – der Shop aber nicht.
Drei Wege – und was sie bedeuten
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten. Keine davon ist für jeden Shop die richtige.
- Weiterbetrieb mit Sicherheitsupdates eines Drittanbieters: verschafft Zeit, kostet laufend und verschiebt die Entscheidung.
- Wechsel zu Shopware 6: vertraute Welt, aber ein Neuaufbau – weiterhin mit eigenem Server oder Hosting, Updates und Plugins.
- Wechsel zu Shopify: gemietete Plattform, Server und Updates übernimmt Shopify, dafür laufende Kosten für Tarif und Zahlungen.
Weiterbetrieb: eine Überbrückung
Der Anbieter safefive liefert für Shopware 5 kostenpflichtige Sicherheitsupdates – nach eigener Angabe ab August 2024 für fünf Jahre. Allgemeine Fehler, die die Sicherheit nicht betreffen, behebt er ausdrücklich nicht.
Das kann sinnvoll sein, um einen Wechsel ohne Zeitdruck zu planen. Eine Lösung ist es nicht: Neue Funktionen, neue Zahlungsarten oder Anbindungen kommen für Shopware 5 nicht mehr dazu.
Shopware 6 ist kein Update
Shopware 6 wurde mit einer völlig neuen Architektur entwickelt. Der Hersteller schreibt selbst, dass der Umstieg kein einfaches Software-Update ist. Für Daten wie Artikel, Kunden und Bestellungen gibt es einen Migrations-Assistenten. Gestaltung, Plugins und Einkaufswelten müssen in aller Regel neu aufgebaut werden.
Damit ist der Aufwand für Shopware 6 in vielen Fällen ähnlich wie für einen Plattformwechsel. Deshalb lohnt es sich, beide Wege ernsthaft zu vergleichen, bevor man sich festlegt.
Wann Shopware 6 die bessere Wahl ist
Shopware 6 passt vor allem, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Sie brauchen tiefgreifende Anpassungen am System selbst, nicht nur an Gestaltung und Abläufen.
- Es gibt ein Entwicklerteam oder eine Agentur, die Server, Updates und Plugins dauerhaft betreut.
- Software und Daten sollen auf Servern laufen, die Sie selbst auswählen.
- Ihr Geschäft ist eng mit Erweiterungen und Partnern aus dem Shopware-Umfeld verbunden.
Wann Shopify die bessere Wahl ist
Shopify passt vor allem, wenn einer dieser Punkte zutrifft:
- Sie möchten sich nicht mehr um Server, Updates und die Verträglichkeit von Erweiterungen kümmern.
- Ihr Sortiment ist klar aufgebaut, und die meisten Anforderungen lassen sich mit Shopify selbst, im Theme oder mit Apps lösen.
- Sie möchten weitere Kanäle wie das Ladengeschäft oder Marktplätze ergänzen, ohne einen zweiten Shop zu betreiben.
- Planbare monatliche Kosten sind Ihnen lieber als wiederkehrende Server- und Update-Projekte.
Die Kosten im Blick
Die Community Edition von Shopware 6 ist weiterhin Open Source und kostenlos nutzbar. Hosting, Erweiterungen und Betreuung kosten trotzdem Geld. Seit März 2025 gilt außerdem eine Fair-Usage-Regel: Wer mehr als 1 Million € Jahresumsatz über den Shop macht, braucht einen kostenpflichtigen Plan, um Shopware-Account und Shopware Store weiter zu nutzen. Den Umsatz melden müssen alle Nutzer der Community Edition.
Shopify kostet laufend: ab 27 € im Monat bei jährlicher Zahlung, dazu Gebühren je Zahlung. Dafür entfallen Server, Sicherheitsupdates und die Frage, ob Erweiterungen nach dem nächsten Update noch funktionieren. Was das für Ihren Shop bedeutet, zeigt der Beitrag zu den Shopify-Gebühren.
So gehen Sie die Entscheidung an
Bevor Sie Angebote vergleichen, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Diese Fragen helfen dabei:
- Welche Plugins nutzen Sie heute – und welche Aufgabe erfüllt jedes davon wirklich?
- Wer betreut heute Server und Updates, und wer soll das künftig tun?
- Wie viele Einkaufswelten und individuell gestaltete Seiten gibt es?
- Welche Systeme hängen am Shop – Warenwirtschaft, Versand, Buchhaltung?
- Bis wann soll der Wechsel abgeschlossen sein, und welche Zeit im Jahr ist ruhig genug?
Der nächste Schritt
Wenn Sie zu Shopify wechseln, ziehen Artikel, Kunden, Bestellhistorie und alle Adressen mit um – wie das im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite Shopware zu Shopify. Und wenn die ehrliche Antwort Shopware 6 lautet, sage ich Ihnen das im Erstgespräch auch.
