Ratgeber · Shopify
WooCommerce oder Shopify? Ein ehrlicher Vergleich.
WooCommerce und Shopify gehören zu den meistgenutzten Shopsystemen für kleine und mittlere Händler. Beide funktionieren – aber auf grundverschiedene Weise. Dieser Beitrag vergleicht sie ohne Werbesprache und hilft Ihnen einzuschätzen, welches besser zu Ihrem Geschäft passt.
Patrick Kobela · · 3 Min. Lesezeit
Auf einen Blick
- WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress. Server, Updates und Sicherheit verantworten Sie selbst oder Ihr Dienstleister.
- Shopify ist eine gemietete Plattform. Server und Updates übernimmt Shopify, dafür fallen monatlich Tarif und Gebühren je Zahlung an.
- WooCommerce ist stärker bei Inhalten und Freiheit im Code, Shopify bei geringem Pflegeaufwand und einem verlässlichen Checkout.
- Die ehrlichere Frage ist nicht „Was ist billiger?“, sondern: Wer kümmert sich künftig um die Technik – und was kostet diese Zeit?
Der grundlegende Unterschied
WooCommerce macht aus einer WordPress-Website einen Shop. Die Software ist Open Source und kostet keine monatliche Plattformgebühr. Dafür betreiben Sie alles selbst: Server, WordPress, WooCommerce, Theme und jede Erweiterung.
Shopify ist ein fertiges System, das Sie mieten. Server, Sicherheit, Updates und der Checkout liegen bei Shopify. Sie gestalten den Shop, pflegen Produkte und entscheiden über Apps – die Technik darunter müssen Sie nicht warten.
Was WooCommerce wirklich kostet
Die Software selbst ist kostenlos. Laufend kommen trotzdem Kosten zusammen: Hosting und Domain, oft ein kostenpflichtiges Theme und Erweiterungen mit jährlicher Lizenz – etwa für Zahlungsarten, Versand oder rechtliche Anforderungen im deutschen Handel.
Der größte Posten ist meist unsichtbar: die Zeit für Updates, Sicherheit und die Frage, ob nach dem nächsten Update noch alle Erweiterungen zusammenarbeiten. Wer das nicht selbst übernimmt, bezahlt dafür einen Dienstleister.
Was Shopify kostet
Shopify kostet bei jährlicher Zahlung 27 € (Basic), 79 € (Grow) oder 289 € (Advanced) im Monat. Dazu kommen Gebühren je Kartenzahlung und gegebenenfalls Apps. Wer statt Shopify Payments einen anderen Zahlungsanbieter nutzt, zahlt zusätzlich eine Shopify-Gebühr von 0,6 bis 2 %.
Die Kosten sind damit gut planbar, steigen aber mit dem Umsatz. Eine Beispielrechnung finden Sie im Beitrag zu den Shopify-Gebühren, Ihre eigenen Zahlen im Kostenrechner.
Wo WooCommerce stärker ist
WooCommerce spielt seine Stärken vor allem in diesen Fällen aus:
- Inhalte stehen im Mittelpunkt – ein umfangreicher Blog oder Ratgeber, zu dem ein kleiner Shop gehört.
- Sie möchten Code, Daten und Server vollständig selbst bestimmen.
- Ihr Geschäftsmodell braucht Sonderwege, die sich nur mit eigener Programmierung lösen lassen.
- Es gibt bereits jemanden, der WordPress zuverlässig pflegt und das auch weiter tun wird.
Wo Shopify stärker ist
Shopify ist meist die bessere Wahl, wenn diese Punkte zutreffen:
- Sie möchten verkaufen, nicht Server und Updates betreuen.
- Der Checkout soll verlässlich funktionieren – auch bei vielen Bestellungen gleichzeitig.
- Weitere Kanäle wie das Ladengeschäft oder Marktplätze sollen ohne zweites System dazukommen.
- Ihr Team soll Produkte, Seiten und Aktionen selbst pflegen, ohne Angst vor dem nächsten Update.
Worauf es bei einem Wechsel ankommt
Wer von WooCommerce zu Shopify wechselt, nimmt Produkte, Kunden, Bestellhistorie und Inhalte mit. Die Erweiterungen ziehen nicht mit um, wohl aber ihre Aufgaben: Für jede gibt es in Shopify einen Weg – mit Bordmitteln, im Theme oder über eine App.
Zwei Punkte sollte man vorher kennen: Shopify erlaubt höchstens drei Optionen je Produkt, Produkte mit mehr Merkmalen werden anders abgebildet. Und jede alte Adresse braucht eine Weiterleitung, damit Besucher und Google die Seiten wiederfinden. Wie ein Umzug im Einzelnen abläuft, steht auf der Seite WooCommerce zu Shopify.
